02.12.2012  Wölfe verlieren erstes Derby in Chemnitz

Nach zuletzt drei Siegen in Folge riss ausgerechnet am Samstag in Chemnitz die kleine Erfolgsserie des EHV Schönheide 09. Vor einer enttäuschenden Derbykulisse, gerade einmal 400 Zuschauern, darunter immerhin noch 100 Wölfefans, wollten das Spiel im Eisstadion am Küchwald sehen, verlor der EHV 09 das erste Saisonderby gegen die Wild Boys Chemnitz mit 2:4 (0:1, 1:0, 1:3).

 

Wie vermutet, konnten die Wild Boys am Samstag mit der Unterstützung ihrer Förderlizenzspieler aus Dresden, Wolfsburg und Crimmitschau auflaufen. Obwohl auf dem Spielprotokoll aufgeführt, mussten die Wölfe dagegen kurzfristig auf Routinier Mike Losch verzichten, welcher es aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht mehr pünktlich zum Spiel schaffte.

 

Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein spannendes und umkämpftes Derby, in welchem die Hausherren zunächst klar den Ton angaben. Die Wölfe hingegen hatten sichtlich Probleme ins Spiel zu finden und mussten bereits in der 3. Minute den 0:1-Rückstand durch Tobias Rentzsch hinnehmen. Mit der Führung im Rücken bestimmten die Wild Boys auch weiterhin das Geschehen auf dem Eis, konnten jedoch ihren Vorsprung trotz guter Chancen nicht weiter ausbauen. Der EHV 09 tauchte dagegen nur sporadisch vor dem Chemnitzer Gehäuse auf. Da aus dem Spiel heraus nur wenig funktionierte, waren die Wölfe, wie in der 16. Spielminute durch Roy Hähnlein, auf Einzelaktionen angewiesen. Seinen Alleingang konnte der Chemnitzer Michael Stiegler nur durch ein Foulspiel stoppen, wonach der Wölfestürmer gegen den Torpfosten krachte, sich verletzte und ärztlich versorgt werden musste. Das überharte Einsteigen wurde vom Hauptschiedsrichter allerdings nur mit einer 2+10 Minutenstrafe geahndet, obwohl, den Regeln entsprechend, für Stiegler das Spiel hätte eigentlich beendet sein müssen. Nach der Verletzungspause und minutenlangen Diskussionen wurde das Spiel fortgesetzt und da der EHV 09 auch das nachfolgende Powerplay nicht für einen Torerfolg nutzen konnte, blieb es bis zur ersten Pause beim knappen 1:0 für die Wild Boys.

 

Im zweiten Drittel sahen die 100 mitgereisten Wölfefans dann ein engagierteres Spiel ihrer Mannschaft. Der EHV 09 steigerte das Tempo und kam nun fast zwangsläufig zu guten Chancen. In der 27. Minute fiel dann auch der verdiente 1:1-Ausgleich durch Petr Kukla, welcher beim sehenswerten Alleingang die komplette Chemnitzer Hintermannschaft samt Torhüter verlud. Schönheide war auch in der Folge am Drücker und hätte durch Dustin Hered und Miroslav Jenka in Führung gehen müssen. Doch bei beiden Aktionen verhinderten Pfosten und Querlatte einen weiteren Wölfetreffer. Kurz vor dem zweiten Pausentee musste der EHV 09 allerdings auch eine Schrecksekunde überstehen, als der Chemnitzer Hannes Albrecht mit einem Schuss von der blauen Linie ebenfalls nur den Pfosten traf.

 

Das letzte Drittels mussten die Wölfe dann in Unterzahl beginnen, was die Wild Boys nach nur 27 Sekunden schnell ausnutzten und durch Hannes Albrecht erneut mit 2:1 in Führung gingen. Kurz darauf hätte der EHV 09 aber den Spielstand wieder ausgleichen können, doch beste Chancen beim eigenen Powerplay blieben ungenutzt. Beide Mannschaften lieferten sich weiter einen engen Fight und so dauerte es bis zur 51. Minute, ehe Dustin Hered mit seinem Tor zum 2:2 die Wölfefans erlöste. Das Spiel stand nun wieder auf Messers Schneide und man konnte die Anspannung der Zuschauer durch die Stille im Stadion förmlich spüren. Wie aus dem Nichts kam dann der Jubel aus dem Chemnitzer Fanblock, als Michal Vymazal die Wild Boys durch einen unhaltbar abgefälschten Schuss wieder mit 3:2 (57.) in Führung brachte. Den Wölfen lief nun die Zeit davon, auf den erneuten Rückstand zu reagieren. Zudem verhinderte ein überflüssiges Foulspiel von Petr Kukla gut zwei Minuten vor dem Ende zunächst die Aufholjagd des EHV 09. Als 85 Sekunden vor Ultimo aber auch der Chemnitzer Hannes Albrecht auf die Strafbank musste, nahm EHV-Trainer Norbert Pascha eine Auszeit und danach seinen Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Die Wölfe versuchten noch einmal alles, doch das eigene Glück, in den vergangenen drei Spielen durch ein Empty-Net-Goal zu gewinnen, hatte dieses Mal der Gegner und so sicherte ERV-Kapitän Tobias Rentzsch mit seinem Schuss ins leere Schönheider Gehäuse den am Ende verdienten 4:2-Derbysieg für die Wild Boys.

 

Wölfetrainer Norbert Pascha nach dem Spiel: “Wir wussten, dass die Chemnitzer gutes Eishockey spielen können und waren eigentlich gewarnt, dass sie gerade im ersten Drittel Vollgas geben würden. Doch meine Ansprache vor dem Spiel hat wahrscheinlich nicht jeder Spieler verstanden und so haben wir das erste Drittel komplett verschlafen. Nach den jeweiligen Rückständen haben wir uns dennoch immer zurück gekämpft und hatten vor allem im zweiten Drittel genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende geht das Ergebnis aber in Ordnung, weil die Wild Boys vielleicht den Sieg etwas mehr wollten.“

 

 

Statistik:

 

Tore:

 

1:0 Rentzsch (Vymazal, G. Albrecht) 02:37

1:1 Kukla (Jenka, Müller) 26:15

2:1 H. Albrecht (G. Albrecht, Komarek) 40:27

2:2 Hered (Löffler, Müller) 50:53

3:2 Vymazal (Hofmann, Holzmann) 56:05

4:2 Rentzsch (Vymazal) 59:24 ENG

 

Strafen: ERV 18 + 10 (Stiegler) + 10 (Holzmann)   EHV 16 + 10 (Schenkel)

 

Zuschauer: 402