10.12.2012  EHV 09 mit unglücklicher Niederlage gegen Jonsdorf

Die Sonntagspartie zwischen dem EHV Schönheide 09 und den Jonsdorfer Falken hätte eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt, denn die knapp 300 Zuschauer im Wolfsbau sahen in einem äußerst fairen und spannenden Spiel zwei Teams auf Augenhöhe. Umso schmerzlicher war am Ende, wie die unglückliche 4:5 (1:2, 2:2, 1:1)-Heimniederlage der Wölfe gegen die Falken zustande kam, denn den Gästen aus dem Zittauer Gebirge gelang erst zwei Sekunden vor Ultimo der Siegtreffer.

 

Der EHV 09 musste am Sonntag ersatzgeschwächt gegen die Jonsdorfer antreten, da mit Petr Kukla und Mike Losch zwei wichtige Leistungsträger nicht zur Verfügung standen. Während Petr Kukla eine Spieldauerstrafe vom Freitagsspiel in Berlin abbrummen musste, traf es Routinier Mike Losch in der Hauptstadt viel schlimmer, denn nach einem Foulspiel wurde bei ihm ein Fingerbruch samt Sehnenabriss im Krankenhaus diagnostiziert, womit der Stürmer voraussichtlich mindestens vier Wochen ausfallen wird. Zudem ging auch Julius Michel angeschlagen in die Begegnung, da er sich am Donnerstag beim Abschlusstraining ebenfalls eine Fingerverletzung zuzog und am Freitag in Berlin gar nicht antreten konnte. EHV-Trainer Norbert Pascha musste also seine Reihen quasi neu zusammenstellen und um es vorweg zu nehmen, die Wölfe machten ihre Sache trotz der personell ungünstigen Umstände gut, zeigten eine starke kämpferische Leistung und damit auch eine deutliche Reaktion, auf die zuletzt eher schwachen Ergebnisse.

 

Das Spiel selbst konnte für die Wölfe dann auch nicht schlechter beginnen. Mit dem ersten Schuss und nach nur 23 Sekunden gingen die Gäste durch Martin Sekera bereits mit 1:0 in Führung. Jonsdorf zeigte sich auch weiter sehr effektiv, denn während der EHV 09 seine Ausgleichschancen zunächst nicht nutzen konnte, trafen die Falken quasi mit ihrem zweiten Schuss durch Tomas Hruby zum 2:0 (7.). Von diesem Schock mussten sich die Wölfe natürlich erst einmal erholen und so dauerte es bis zur 15. Minute, ehe Dustin Hered mit einer energischen Einzelleistung der 1:2-Anschlusstreffer gelang.

 

Im zweiten Abschnitt drängten die Wölfe weiter auf den Ausgleich, mussten allerdings bei den gefährlichen Gegenstößen der Gäste immer wieder auf der Hut sein. In der 29. Minute waren die Hausherren dann aber zurück im Spiel, als Julius Michel zum verdienten 2:2 traf. Doch die Freude über diesen Treffer wehrte nur kurz, denn wie aus dem Nichts gelang den Falken durch einen Sonntagsschuss von Martin Sekera (31.) erneut die 3:2-Führung. Mittlerweile hatte sich ein offener Schlagabtausch entwickelt, denn auch die Wölfe hatten die passende Antwort und kamen nur 26 Sekunden später durch David Seidl zum 3:3-Ausgleich. Von den Spielanteilen her schien die Partie nun zu Gunsten des EHV 09 zu kippen, wenn da nicht wieder die unglaubliche Effektivität der Falken gewesen wäre, welche durch Matthias Kohl wieder mit 4:3 (35.) vorlegten. In der 40. Minute dann der nächste Aufreger. Die Wölfe erzielten eigentlich wieder einen Treffer, welcher zunächst auch anerkannt wurde. Doch zum Entsetzen der Wölfefans revidierte der Hauptschiedsrichter kurz darauf seine Entscheidung, weil das Jonsdorfer Gehäuse vorher verschoben war. Dennoch hätte der Treffer den Regeln nach zählen müssen, da der Gästetorhüter in dieser Angriffsaktion sein Gehäuse selbst verschoben hatte. Alle Diskussionen halfen nichts und da die Verankerung des Tores dabei auch noch Schaden genommen hatte, wurde die zweite Pause um 58 Sekunden vorgezogen.

 

Mit repariertem Tor mussten beide Teams vor dem Schlussdrittel also erst die verbliebene Zeit aus Abschnitt zwei nachholen, ehe letztmals im Spiel die Seiten gewechselt wurden. Die Wölfe wollten unbedingt den erneuten Ausgleich und erspielten sich Chancen im Minutentakt. Die Partie war nun an Spannung kaum zu überbieten und als Kevin Geier die EHV-Anhänger mit dem 4:4 (55.) erlöste, war auch der Gefrierschrank Wolfsbau wieder auf angenehmer Betriebstemperatur. Beide Mannschaften konnten nach dem Spielverlauf mit dem einem Punkt zufrieden sein, doch die Falken kamen durch eine fragwürdige Strafe gegen die Wölfe gut anderthalb Minuten vor dem Ende noch einmal zu einem Powerplay. Die Wölfe kämpften in Unterzahl aufopferungsvoll und schmissen sich in jeden Schuss, der in Richtung EHV-Gehäuse kam. Ein letztes Bully mussten die Hausherren noch überstehen, doch der Eishockeygott kannte kein Erbarmen mit den Wölfen und so schlug zwei Sekunden vor Ultimo ein Schuss von Jonsdorfs Tomas Hruby unhaltbar in den rechten Winkel zum 5:4 für die Falken ein. Noch lange nach dem Spiel hielt die Schockstarre beim EHV 09 an, denn bitterer und unglücklicher kann man kaum verlieren. Dennoch überwiegen nach diesem Spiel die positiven Eindrücke, denn die Wölfe haben sich nach jedem Rückstand zurück gekämpft und bewiesen, dass die Moral im Team intakt ist.

 

Trotz der jetzt vier Niederlagen in Folge stehen die Verantwortlichen des EHV Schönheide 09 hinter ihrer Mannschaft samt Trainer- und Betreuerstab. “Mit nur sechs Punkten Rückstand auf den vierten Tabellenplatz sind wir weiter voll im Soll und es war im Vorfeld der Saison abzusehen, dass man in dieser ausgeglichen Liga auch mit Rückschlägen fertig werden muss. Auch wird der Vorstand alles unternehmen, um von außen aufkommende Kritik und Unruhe vom Team fernzuhalten, denn egal ob Fans oder Sponsoren, gerade in schwierigen Phasen während einer Saison braucht der Verein die volle Unterstützung, um gemeinsam wieder in die Erfolgsspur zu kommen.“, so der Appell vom EHV-Vorsitzenden Alexander Gohl.

 

 

Statistik:

 

Tore:

 

0:1 Sekera (Tiihonen, Rösler) 00:23

0:2 Hruby (Sekera) 06:36

1:2 Hered (Michel, Glück) 14:12

2:2 Michel (Heumann) 29:00

2:3 Sekera (Tiihonen, Rösler) 30:35

3:3 Seidl (Michel, Hered) 31:01

3:4 Kohl (Rösler, Sekera) 34:32

4:4 Geier (Hered, Hähnlein) 54:53

4:5 Hruby (Schümann, Sekera) 59:58 5-4

 

Strafen: EHV 4   EHC 8 + 10 (Hruby)

 

Zuschauer: 263