26.10.2013  Schönheider Wölfe mit knapper Niederlage in Erfurt

Wechselbad der Gefühle am Freitagabend in der Erfurter Kartoffelhalle. Knapp 700 Zuschauer, darunter gut 60 mitgereiste Wölfefans, sahen vor allem im letzten Drittel ein spannendes und gutes Oberligaspiel zwischen dem EHC Erfurt und dem EHV Schönheide 09, welches die Black Dragons am Ende etwas glücklich aber in der Summe nicht unverdient mit 5:4 (3:1, 1:1, 1:2) für sich entschieden.

 

Nach dem guten Start in die neue Oberligasaison hatten sich die Schönheider Wölfe auch in Erfurt viel vorgenommen, wussten allerdings auch um die Schwere dieser Aufgabe, zählen die Black Dragons auch selbsternannt zu den Mitanwärtern auf einen der ersten beiden Tabellenplätze. Die Devise hieß, aus einer sicheren Abwehr heraus Konter zu setzen und möglichst dem Anfangsdruck der Blumenstädter standhalten. Bis auf das 1:0 (4.) der Gastgeber durch Ryan Olidis in Überzahl ging diese Taktik auch gut zehn Minuten lang auf, doch dann bewiesen die Black Dragons ihre Offensivpower und erhöhten innerhalb von nur 39 Sekunden und durch zwei Tore von Sascha Neumann und Enrico Manske auf 3:0. Erfurt hätte in dieser Phase auch das ein oder andere Tore mehr schießen können, doch EHV-Goalie Sebastian Modes behielt in vielen brenzligen Situationen den Überblick und machte erneut einen guten Job. Dass die Wölfe auch weiterhin im Spiel blieben, dazu verhalf ihnen auch ihr Kapitän Miroslav Jenka, welcher in Überzahl einen Blueliner von Mike Losch zum 3:1 (18.) abfälschte.

 

Im zweiten Drittel hatte der EHV 09 dann deutlich besser in die Partie gefunden und konnte das Spielgeschehen weitestgehend ausgeglichen gestalten. Doch erneut waren es die Erfurter, welche ihre Torchancen besser zu nutzen wussten und machten selbst aus einer Halbchance das 4:1 (25.) durch Petr Sikora. Drei Minuten später hatten die Black Dragons einmal mehr in Überzahl die Möglichkeit, den Spielstand zu erhöhen, doch die Wölfe fingen einen Angriff ab und erzielten durch einen Shorthander von Georg Albrecht das 4:2 (28.). Mit diesem Treffer und bis zur zweiten Pause übernahmen dann die Gäste das Kommando, doch beispielsweise Georg Albrecht freistehend, Petr Kukla per Gewaltschuss oder Miroslav Jenka mit einem Lattentreffer vergaben zwei, drei hundertprozentige Torchancen, da auch Erfurts Torhüter Stephan Löffelholz einen überdurchschnittlich guten Abend erwischte und teils unglaubliche Paraden lieferte.

 

Mit Beginn des Schlussabschnitts schien sich die mäßige Chancenverwertung der Wölfe zu rächen, denn Erfurt legte sofort nach und erhöhte 24 Sekunden nach der Pause durch Adam Sergerie auf 5:2. Für die Moral der Gäste scheinbar gar nicht gut, doch der EHV 09 steckte den neuerlichen Tiefschlag weg und blies zur Aufholjagd. Zunächst scheiterte Svatopluk Merka gleich zweimal in aussichtsreicher Position am starken EHC-Goalie Löffelholz und auch für Kevin Geier und Miroslav Jenka schien das Erfurter Tor in der Folge noch wie vernagelt. Kilian Glück brach dann aber den Bann per Penalty zum 5:3 (55.), nachdem er zuvor bei einem Angriff nur durch ein Foulspiel zu stoppen war. 64 Sekunden später hatten die Wölfe dann ganz Erfurt in Schockstarre versetzt, denn Petr Kukla traf mit dem zweiten EHV-Unterzahltor des Abends zum 5:4-Anschluss. Die Black Dragons hatten ihren Drei-Tore-Vorsprung eingebüßt und wurden nun immer nervöser. Die Wölfe witterten ihre Chance, setzten alles auf eine Karte und belagerten regelrecht das Erfurter Gehäuse in den letzten beiden Spielminuten. Einzig ihrem Torhüter hatten es die Black Dragons jetzt noch zu verdanken, dass es am Ende zum knappen aber nicht unverdienten Sieg reichte, denn den Wölfen gelang auch mit Herausnahme ihres Goalies zugunsten eines weiteren Stürmers leider der erhoffte Ausgleich nicht mehr.

 

Den Erfurtern war die Erleichterung nach dem Spiel deutlich anzumerken, hingegen die Wölfe mit ihrer Chancenverwertung und einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen im letzten Drittel haderten. Nichts desto trotz, das Team von Trainer Norbert Pascha hat große Moral gezeigt, sich nach deutlichem Rückstand zurückgekämpft und bewiesen, dass man jederzeit mit einem der Ligafavoriten Schritt halten kann. Die drei verlorenen Punkte sollen jetzt natürlich schnellstmöglich wieder geholt werden, am besten mit einem Heimsieg am Sonntag gegen einen weiteren Favoriten, den Saale Bulls vom MEC Halle 04.

 

 

Statistik:

 

Tore:

 

1:0 Olidis (Kämmerer, C. Grosch) 03:35 5-4

2:0 Neumann (Zurek, Olidis) 10:01

3:0 Manske (O. Otte, Fischer) 10:40

3:1 Jenka (Losch, Kukla) 17:47 5-4

4:1 Sikora (Weise, Klein) 24:10

4:2 Albrecht (Schenkel, Modes) 27:07 4-5

5:2 Sergerie (Sikora, Weise) 40:24

5:3 Glück 54:05 Penalty

5:4 Kukla (Hähnlein, Michel) 55:09 4-5

 

Strafen: BDE 16   EHV 20 + 10 (Albrecht)

 

Zuschauer: 682