07.12.2013  Auf Sieg gegen Berlin folgt Niederlage in Niesky

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge gab es für den EHV Schönheide 09 am Nikolausabend im heimischen Wolfsbau gegen FASS Berlin das erhoffte Erfolgserlebnis. Zwar bewiesen die Wölfe beim 6:5 (2:2, 1:2, 2:1, 1:0)-Erfolg nach Penaltyschiessen gegen die Akademiker wieder einmal ihre Comeback-Qualitäten, gleich zweimal wurde ein Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, doch am Ende konnten sich die knapp 350 Zuschauer lediglich über die zwei glücklichen Punkte freuen, sahen sie doch über weite Strecken eine eher schwache Vorstellung der Heimmannschaft. Keine 24 Stunden später war diese Freude allerdings schon wieder verflogen, denn am darauffolgenden Samstagabend kassierte der EHV 09, unter irregulären Bedingungen aufgrund von dichten Schneetreibens, eine deutliche 1:5 (0:2, 1:1, 0:2)- Niederlage bei den Tornados vom ELV Niesky.

 

Die Wetterkapriolen von Sturmtief Xaver bekamen die Gäste bei ihrer Anreise nach Schönheide zu spüren, denn erst mit 35-minütiger Verspätung konnte die Partie im Wolfsbau angepfiffen werden. Kaum auf dem Eis, erwischte dann auch noch der Wölfe-Sturm die Akademiker eiskalt, als Kevin Geier nach nur 28 Sekunden bereits das frühe 1:0 für die Hausherren erzielte. Wer von den EHV-Fans nun dachte, das Spiel ginge ebenso stürmisch weiter, sah sich getäuscht, denn die FÄSSER rappelten sich schnell auf, übernahmen die Initiative und kamen in der 12. Spielminute zum verdienten 1:1 durch Dave Simon. Auch in der Folge waren die Gäste das bessere Team, zeigten sich lauffreudig und erspielten sich eine Reihe guter Torchancen. Von den Wölfen war nicht viel zu sehen, wonach der 2:1-Führungstreffer in Überzahl durch Kilian Glück (14.) schon eher überraschend kam. Doch auch dieser Vorsprung hielt nicht allzu lange, denn den Akademikern gelang zwei Minuten vor der ersten Pause noch das 2:2 durch Austin Southerland.

 

Der zweite Abschnitt verlief zunächst weiter ausgeglichen, wenngleich die Wölfe doch sehr harmlos und ideenlos agierten. Zielstrebiger waren dagegen die Hauptstädter, welche durch Treffer von Justin Ludwig (29.) und Sven Ziegler (36.) nicht unverdient mit 4:2 in Führung gingen. Das der EHV 09 aber weiter im Spiel blieb, dafür sorgte Petr Kukla, als ihm 15 Sekunden vor dem zweiten Pausentee der 4:3-Anschlusstreffer gelang.

 

Das Schlussdrittel begann zunächst ohne größere Highlights. Der EHV 09 war zwar jetzt um den Ausgleich bemüht, doch die Berliner verteidigten geschickt und störten aggressiv den Spielaufbau der Gastgeber. Alle Hoffnungen auf eine Aufholjagd der Wölfe bekamen zusätzlich in der 52. Minute einen Dämpfer, als Sven Ziegler das 5:3 für FASS erzielte. Kurz darauf kassierten die Gäste in Person von Gino-Mike Blank nach einem Foul an Wölfestürmer Vincent Wolf eine Fünf-Plus-Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich. Der EHV 09 witterte nun seine Chance und kam in Überzahl durch den Treffer von Georg Albrecht auf 5:4 heran. Mittlerweile hatten die Wölfe ihre Gäste unter Dauerbeschuss genommen und wurden für ihren kämpferischen Einsatz belohnt, als Roy Hähnlein erneut im Powerplay gut zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den 5:5-Ausgeich markierte.

 

Nach torloser fünfminütiger Verlängerung musste dann das Penaltyschiessen über den Zusatzpunkt entscheiden. Dabei erwiesen sich die Wölfe als treffsicherer, denn sowohl Georg Albrecht als auch Petr Kukla versenkten ihre Versuche im FASS-Gehäuse, währenddessen die Berliner zweimal an Sebastian Modes im EHV-Tor scheiterten.

 

Statistik:

 

Tore:

 

1:0 Geier (Jenka, Kukla) 00:28

1:1 Simon (Ludwig, Scholz) 11:34

2:1 Glück (Losch, Kukla) 13:12 5-4

2:2 Southerland (Ludwig, Scholz) 17:56

2:3 Ludwig 28:45

2:4 Ziegler (Seelisch, Filin) 35:27

3:4 Kukla (Jenka, Heumann) 39:45

3:5 Ziegler (Schlenker, Leers) 51:10

4:5 Albrecht (Glück, Losch) 52:25 5-4

5:5 Hähnlein (Merka, Michel) 57:35 5-4

6:5 Albrecht (Penalty) 65:00 GWS

 

Strafen: EHV 10   FASS 13 + 20 (Spieldauer Blank)       

Zuschauer: 323


Das Spiel in Niesky bedarf keiner großen Auswertung, da man nur darüber berichten sollte, unter welchen Bedingungen ein Eishockeyspiel eigentlich stattfinden darf und sollte. Starker Wind, dichtes Schneetreiben und eine zentimeterhohe Schneedecke auf dem Eis führten diese Partie ad absurdum. Freilich mussten beide Mannschaften mit diesen irregulären Verhältnissen klar kommen und nicht ganz von ungefähr kamen dann auch die Tornados besser damit klar. Deshalb Glückwunsch nach Niesky zu drei Punkten und der Erkenntnis, dass ganz schnell ein Dach über das Waldstadion muss. EHV-Trainer Norbert Pascha fand nach dem Spiel nicht viel Worte, stellte aber klar: „Es war ein Skandal, dass dieses Spiel überhaupt angepfiffen wurde, auch wenn man den Verantwortlichen in Niesky für’s Wetter natürlich keine Schuld geben kann. Sportlich war dieses Spiel absolut wertlos. Ich hatte Angst um meine Spieler, damit sich hier keiner ernsthaft verletzt.“ Ganz ohne Blessuren ging es dann auch tatsächlich nicht ab, denn in der 52. Spielminute war für Keeper Sebastian Modes die Partie verletzungsbedingt beendet.

 

Statistik:

 

Tore:

 

1:0 Musil (Jankovych, Linke) 07:08

2:0 Greulich (Musil, Linke) 12:53 5-4

3:0 Leyva (Bartell, Bauer) 22:28

3:1 Jenka (Modes) 27:30

4:1 Jankovych (Wimmer, Greulich) 40:15

5:1 Linke (Jankovych) 59:33 4-5

 

Strafen: ELV 14   EHV 6

Zuschauer: 423