29.04.2016  EHV Schönheide 09 - Saisonfazit 2015/2016
Vor zwei Monaten ging für den EHV Schönheide 09 die Premierensaison in der Oberliga Süd zu Ende und mit etwas Abstand betrachtet, ziehen die erzgebirgischen Wölfe nun eine eher ernüchternde erste Bilanz. Zwar haben die EHV-Verantwortlichen seit Bekanntwerden, dass man in die starke Oberliga Süd wechseln würde, fast schon gebetsmühlenartig die Öffentlichkeit sensibilisiert, dass es eine sehr schwere Spielzeit werden würde, doch letztendlich hat man es nicht geschafft, selbst das für realistisch gehaltene Saisonziel, nicht Letzter zu werden, zu erreichen und muss saisonübergreifend konstatieren, dass der EHV 09 nur in einzelnen Spielen seine Konkurrenzfähigkeit beweisen konnte, da in der Summe, wenn man allein den Punktabstand zum Vorletzten Klostersee betrachtet, frühzeitig abzusehen war, dass Einiges mehr von Nöten sein wird, um in dieser starken Liga Fuß zu fassen.



„Zufrieden sind wir mit der vergangenen Saison sicher nicht. Wir haben schon gedacht, dass wir besser um den vorletzten Platz mitspielen können und haben in dieser Hinsicht die Aufgaben zwar nicht unter-, aber wohl falsch eingeschätzt. Wir haben viel Lehrgeld bezahlt, uns aber sportlich dennoch weiterentwickelt.“, fasst EHV-Präsident Alexander Gohl zusammen. Der Mannschaft kann man in dieser Hinsicht tatsächlich keinen Vorwurf machen, denn bis auf fünf Neuzugänge, war das Wölfeteam identisch mit dem, welches in der Vorsaison noch in der deutlich schwächeren Oberliga Ost an den Start ging. Jeder einzelne Spieler erhielt das Vertrauen, letztendlich auch, um für sich selbst herauszufinden, ob man den Strapazen und höheren Aufwand mit der doppelten Anzahl von zu absolvierenden Spielen gewachsen ist. In fast jedem Spiel ging das Team als Außenseiter dann auch an seine Grenzen und hat sich mit Kampf, Einsatz und Willen gegen teilweise deutlich stärkere Mannschaften von Woche zu Woche und gerade im letzten Viertel der Saison steigern können. Dies verlangt Respekt und dafür möchten sich die EHV-Verantwortlichen ganz herzlich bei allen Spielern bedanken, in dieser sicher nicht immer einfachen Saison bis zum letzten Spieltag mitgezogen zu haben. Mitgezogen hat in dieser Spielzeit indes nur der überwiegend “harte Kern“ der EHV-Anhänger. Schien zu Saisonbeginn noch eine gewisse Euphorie aufgrund der neuen Liga entstanden zu sein, wurde es bereits fünf Wochen nach Saisonbeginn hier ebenfalls ernüchternd, da ob der vielen Niederlagen und abzüglich der Fans, welche zum Beispiel die Gastmannschaften aus Selb, Bayreuth, weiden oder Regensburg mit nach Schönheide brachten, die eigenen Zuschauer nur noch deutlich unter dem geplanten Schnitt in den Wolfsbau kamen. Sicher hängen die Zuschauerzahlen speziell in Schönheide immer direkt mit dem sportlichen Erfolg zusammen, doch um sich für eine neue Saison stärker aufzustellen, braucht es eben gerade diese Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Catering, welche einen nicht unerheblichen Teil des Etats ausmachen. Für bessere sportliche Leistungen und höhergesteckte Saisonziele, wie z.B. ein Erreichen der Playoffs, braucht es aber auch insgesamt bessere Strukturen, Grundvoraussetzungen und natürlich entsprechendes Spielermaterial. Dafür müsste der aktuelle Etat allerdings um Einiges aufgestockt werden, um wenigstens mit Teams wie Klostersee, Deggendorf, Sonthofen oder Weiden mithalten zu können, denn beispielsweise ist der Saisonetat der am Ende achtplatzierten Blue Devils Weiden fast doppelt so hoch, wie das derzeitige Budget des EHV Schönheide 09. „Für die neue Saison laufen bereits die Gespräche in alle Richtungen. Wir wissen, dass wir nicht nochmals mit demselben Kader antreten brauchen und wir für die Änderungen finanziell viel tiefer in die Tasche greifen müssen. Wir haben aber im Sommer vergangenen Jahres bewusst die sportliche Herausforderung und die Professionalisierungsmöglichkeiten in der Oberliga Süd angestrebt. Auch wenn unser Standort nicht auf Rosen gebettet ist und wir noch viel Nachholbedarf haben, arbeiten wir daran, nächste Saison länger um eine bessere Platzierung mitzuspielen. Eine Liga tiefer zu spielen, ist nicht der Anspruch der derzeitigen Vereinsverantwortlichen.“, gibt Alexander Gohl die Marschrichtung bei den Planungen über den Sommer vor.