02.01.2018  Schönheider Wölfe holen Punkt gegen Spitzenreiter

Emotionslos würde es heißen: „Die Wölfe verlieren 4:5 (1:2, 1:2, 2:0, 0:1) nach Penaltyschießen gegen den Spitzenreiter Tornado Niesky und sind auch selbst daran schuld, dass sie es sich so schwer gemacht haben. Mit zwei individuellen Fehlern holt man im Spiel Dritter gegen Erster normalerweise keinen Punkt. Aber wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, kann man nur verdammt stolz auf diese Mannschaft sein.“, so Wölfe-Coach Sven Schröder nach dem Spitzenspiel einen Tag vor Silvester vor knapp 800 Zuschauern im Wolfsbau.



Nur 12 Feldspieler + 2 Torhüter standen gegen den Spitzenreiter zur Verfügung und von diesen hat sich ein Spieler fit spritzen lassen, ein weiterer konnte nur unter Schmerztabletten spielen und der nächste war aufgrund einer Verletzung unter der Woche noch zum Röntgen im Krankenhaus. Trotz all dem standen sie auf dem Eis, trotz all dem haben Alle Alles in die Waagschale geworfen und wollten dem Spitzenreiter Paroli bieten. Auch unsere Gäste waren insgesamt nur mit 15 Mann auf dem Protokoll und hatten vom Vortag das Spiel gegen FASS Berlin in den Beinen.




Denkbar schlecht starteten dann die Wölfe in die Partie. Nach sieben Minuten stand es schon ein 0:2 auf der Anzeigetafel. Ein Rückhandschuss aus dem Slot und ein individueller Fehler von Goalie Eric Hanke bescherten den Gästen diese Führung. Aber die Wölfe kämpften, setzten Niesky immer wieder unter Druck und kamen folgerichtig in der 16. Minute zum Anschlusstreffer durch Petr Kukla.

Im zweiten Abschnitt spielten die Wölfe so weiter, wie sie das erste Drittel aufgehört hatten. Sie setzten die Tornados weiter unter Druck und zogen damit Strafen gegen den Gegner. Eine Überzahlsituation nutzte Michael Galvez in der 28. Minute zum 2:2-Ausgleich. Aber genau dieser Ausgleich brachte einen Cut in das Wölfe-Spiel und genau hier sieht man dann den Unterschied zwischen einer erfahrenen Mannschaft mit Ex-DEL2-Spielern und einer jungen Truppe, welche noch aus solchen Situationen lernen muss. Eine unnötige Strafzeit gegen die Hausherren nutze Niesky wieder zur 3:2-Führung durch Marco Noack (31.) und nur drei Minuten später einen Wölfe-Fehler im Aufbauspiel sogar zum 4:2 durch Christian Rösler per Shorthander. In dieser Phase gaben die Wölfe das Spiel zu leichtfertig aus der Hand und so ein abgezocktes Team, wie die Mannen von Jens Schwabe, nutzen diese Fehler eiskalt aus. Ein weiterer Schlag in die Magengegend war obendrein die Knieverletzung von Robert Horst, welcher nicht mehr weiter spielen konnte. Damit waren nur noch elf Wölfe übrig. Zweite Pause, Luft holen und nochmals alle Kräfte sammeln.



Getreu dem Motto “Wölfe geben niemals auf!“, ging es ins letzte Drittel. Man merkte beiden Teams mit zunehmender Spielzeit nun an, dass sie auf der letzten Rille liefen und das der letzte Wille entscheiden würde. Die Wölfe kämpften und kamen zurück ins Spiel. Und wie… Christoph Rogenz (51.) und Petr Kukla (53.) egalisierten innerhalb von zwei Minuten den Zwei-Tore-Rückstand und schafften den 4:4-Ausgleich, womit der Wolfsbau sich in ein Tollhaus verwandelte. Fünf Minuten vor dem Ende hatten die Wölfe dann in doppelter Überzahl sogar noch die große Chance zum Siegtreffer, doch Niesky‘s Nationaltorhüterin Yvonne Schröder behielt mit einem unglaublichen Save die Oberhand. In der letzten Spielminute waren dann plötzlich die Wölfe zwei Mann weniger auf dem Eis. Sie mussten noch einmal alles an Kraft raushauen und schafften es, das Unentschieden ins Penaltyschießen zu retten.



Mit unglaublichem Willen, mit Teamgeist, Leidenschaft und Wolfsherz holte das Team um Coach Sven Schröder einen Punkt gegen den bis dahin noch ohne Punktverlust gebliebenen Tabellenführer. Im Penaltyschießen zeigte sich dann aber erneut die Erfahrung der Nieskyer und wir gratulieren zum Zusatzpunkt. Was aber die Wölfe abgeliefert haben, war einfach nur großartig. Verletzte Spieler, kranke Spieler, zweimal nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurückgekommen, einfach nur STARK…!