04.03.2019  Schönheider Wölfe siegen auch in Salzgitter

Auch eine Nacht drüber geschlafen, fällt es immer noch schwer, das gestrige Auswärtsspiel der Schönheider Wölfe bei den Salzgitter Icefighters in Worte zu fassen. Rein sportlich wurde das Team von Trainer Sven Schröder seiner Favoritenrolle gerecht und siegte aufgrund eines bärenstarken Mitteldrittels am Ende hochverdient mit 5:1 (0:1, 4:0, 1:0).

Was sich aber ab der 47. Spielminute in Salzgitter abspielte, hatte mit einem normalen Eishockeyspiel nicht mehr viel zu tun, denn die Gastgeber wurden ihrem Beinamen leider negativ gerecht und manchem „Icefighter“ schien der zwischenzeitliche 1:4-Rückstand und die spielerische Unterlegenheit so sehr zu schaffen zu machen, dass teilweise regelrechte Jagdszenen auf Schönheider Spieler zu beobachten waren. Aber dazu später mehr…



Das vermeintliche Spitzenspiel begann zunächst mit viel Druck seitens der Gastgeber. Salzgitter in der ersten Viertelstunde durchaus mit mehr Spielanteilen, hingegen die Wölfe doch große Probleme hatten, sich ihrerseits gute Torchancen herauszuspielen. Nicht unverdient daher auch das 1:0 durch Salzgitters Kapitän Justin Spenke in der 12. Spielminute. Gegen Ende des ersten Drittels kamen die Wölfe dann etwas besser in die Partie, scheiterten aber bei ein, zwei gefährlichen Torszenen am guten TAG-Keeper Dennis Korff.

Was auch immer Wölfe-Coach Sven Schröder seinen Jungs in der Kabine gesagt hat, es muss eindeutig gewesen sein, denn sein Team kam wie ausgewechselt zum Mittelabschnitt aufs Eis zurück und spielte die Icefighters regelrecht an die Wand. Ausgerechnet Rückkehrer Jannik-Noah Grätke, welcher nach über fünfmonatiger Verletzungspause in Salzgitter sein Debüt gab, eröffnete mit seinem 1:1 in der 27. Minute den folgenden Sturmlauf der Wölfe. Gut vier Minuten später war die Partie dann gänzlich gedreht, als Chris Neumann zur 2:1-Führung für die Erzgebirger traf. Ein Powerplay in Minute 37 nutzten die Wölfe dann, um durch Christoph Rogenz auf 3:1 zu erhöhen. Schon unmittelbar nach diesem Treffer war zumindest Salzgitters Kapitän Justin Spenke mental angeschlagen, als er sich wohl zu Beleidigungen gegen Gegner und Schiedsrichter hinreißen ließ und dafür mit einer Matchstrafe wegen unsportlichen Verhaltens vorzeitig zum Duschen durfte. Das anschließende Überzahlspiel nutzten die Wölfe und erhöhten durch Petr Kukla auf 4:1.

Der Stachel ob des deutlichen Rückstandes schien bei den Gastgebern tief zu sitzen, denn anders lässt es sich nicht erklären, warum erfahrene Spieler wie Ruven Bannach und der Tscheche Petr Binias die Nerven verloren. Erst war es Bannach, welcher abseits des Spielgeschehens Petr Kukla niederstreckte und weiter auf den verletzt am Boden liegenden Wölfestürmer einprügelte. Konsequenz, Fünf-Plus-Spieldauer. Nur 68 ! Sekunden später brannte die Sicherung bei Binias durch, als er Wölfestürmer Florian Heinz per Stockstich und übertriebener Härte zu Boden förderte. Konsequenz, Zwei-Plus-Zehn und für den Stockstich obendrauf eine Matchstrafe. Icefighters-Coach Radek Vit sah die Szenen scheinbar anders, als er kurzfristig sein Team sogar vom Eis nahm, schwer nachvollziehbar das Ganze aus Schönheider Sicht. Auch in der Folge wurden Checks seitens der Hausherren teilweise überhart durchgezogen, doch die Wölfe waren nun besonders wach und nachdem Christoph Rogenz in doppelter Überzahl in der 49. Minute bereits den 5:1-Endstand hergestellt hatte, drehten die Gäste nur noch an der Uhr und waren darauf bedacht, ohne weitere Verletzungen aus der Partie zu kommen.

Es war am Ende ein anstrengendes Wochenende, welches die Wölfe aber sehr erfolgreich und mit sechs Punkten im Reisegepäck abschlossen. Eine kleine Vorentscheidung um den Gruppensieg ist damit auch gefallen, wenngleich dem Team von Sven Schröder rechnerisch noch drei Punkte fehlen. Diese sollen nach Möglichkeit gleich am kommenden Samstag, dem 09.03.19 unter Dach und Fach gebracht werden, wenn die Salzgitter Icefighters ab 19:30 Uhr im Schönheider Wolfsbau zu Gast sind.

Abschließend noch ein dickes DANKESCHÖN an Guntram Fröbel und seinem Team von Palmstreetstudios für die tollen Livestream-Übertragungen am Wochenende. Ein Zusatz-Lob geht auch an Wölfe-Verteidiger Yannick Löhmer, welcher das Spiel in Salzgitter live kommentiert hat. Sicher hat er sich damit ein zweites Standbein geschaffen, doch hoffentlich bald widergenesen, sehen wir Dich lieber wieder auf dem Eis! ;-)