21.03.2019  Playoff-Finale – Spiel 1 steigt im Wolfsbau

Schönheider Wölfe empfangen ECW Sande Jadehaie

Die Schönheider Wölfe haben bislang eine überragende Saison gespielt und könnten sich nach dem Meistertitel in der Regionalliga Ost nun auch noch mit dem Titel der Regionalliga Nord/Ost belohnen. Voraussetzung wären zwei Siege in der am Samstag, dem 23.03.19, um 19:30 Uhr im Wolfsbau mit Spiel 1 beginnenden Best-Of-Three-Serie gegen Finalgegner und Nord-Meister ECW Sande Jadehaie, zu welcher sich die Wölfe natürlich ein "volles Haus" und eine Super-Stimmung wünschen würden.



Bevor wir die Aktualität bewerten, möchten wir erst einmal unseren Gegner etwas genauer vorstellen und blicken zurück in die Vergangenheit, denn die Eishockey-Tradition in Wilhelmshaven geht bis ins Jahr 1964 zurück. 1989 schaffte man erstmals den Aufstieg in die Regionalliga und konnte in den folgenden Jahren bis zu 2.500 Zuschauer in das Eislaufcenter Wilhelmshaven locken. Ab 1992 nahm der EC Wilhelmshaven-Stickhausen am Spielbetrieb der damals drittklassigen Oberliga teil, nach deren Auflösung 1994 die Mannschaft im Zuge der Einführung der neuen Profispielklasse DEL in die damals zweitklassige 1. Liga eingeteilt wurde. 1999 gelang der Aufstieg aus der 1. Liga Nord in die inzwischen wiedereingeführte 2. Bundesliga, in der sich der ECW bis 2001 halten konnte. Nach dem Konkurs des EC Wilhelmshaven-Stickhausen, wurde 2002 kurzfristig der EC Wilhelmshaven „Die Jadehaie“ gegründet. Dieser konnte den Spielbetrieb in der Regionalliga Nord fortsetzen. Während der Saison 2004/20005 musste jedoch im März 2005 auch gegen den neuen Verein aufgrund finanzieller Probleme ein Insolvenzantrag gestellt werden. Als Nachfolgeverein wurde der EC Wilhelmshaven-Friesland e.V. gegründet, welcher aber für die Saison 2006/2007 wegen der ungeklärten Hallensituation und der hohen finanziellen Belastungen auf eine Teilnahme am Spielbetrieb verzichtete und mit dem Abriss der Eishalle in Wilhelmshaven 2008 den Spielbetrieb ganz einstellte. Vor den Toren Wilhelmshavens wurde 2015 in Sande eine bereits vorhandene Halle zu einer Eishalle umgebaut. Eine geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Landesliga Nord 2015/2016 kam aber nicht zustande. Stattdessen nahm in der Saison 2016/2017 der neu gegründete ECW Sande an der Landesliga Nord teil und stieg in den folgenden zwei Jahren zunächst in die Verbands- und anschließend in die Regionalliga auf. Eine bewegte Vergangenheit, wonach der diesjährige Saisonverlauf wie Balsam auf der Jadehaie-Seele sein muss.

Gleich in der ersten Regionalliga-Saison nach vielen Jahren wurde Sande heuer mit zwölf Punkten Vorsprung auf Hamburg Nord-Meister und behauptete sich auch in der Verzahnungsrunde gegen die Mannschaften aus Nordhorn, Niesky und FASS Berlin. Allerdings ließen die Regularien in der Regionalliga Nord zu, dass alle Nord-Clubs bei den erlaubten Ausländerstellen keine Einschränkungen für kontingendpflichtige EU-Angehörige hatten und so stehen im Kader von ECW-Trainer Sergey Yashin insgesamt fünf Letten und drei Slowaken, welche natürlich zu den Leistungsträgern im Team gehören. Am bekanntesten dabei ist der aktuelle Topscorer Vitalijs Hvorostinis, welcher in der Saison 2016/2017 in 15 Spielen für die Wölfe die Schlittschuhe schnürte. Aber auch Spieler wie der Ex-Rostocker Karol Bartanus, Peter Boon, Nick Hurbanek, Vitalij Janke oder Vjatcheslav Koubenski dürften vielen Fans noch ein Begriff sein. Bemüht man die Statistik, erzielen die Jadehaie in dieser Spielzeit etwas mehr als fünf Tore pro Spiel, kassieren lediglich gut zwei Treffer und verbringen im Schnitt knapp 22 Minuten pro Partie auf der Strafbank. Beste Scorer sind Vitalijs Hvorostinis (29 Tore/31 Assists), Sergejs Piskunovs (20/30) und Vjatcheslav Koubenski (21/13). Sandes Stammtorhüter Nikolajs Zurkovs weist einen Gegentorschnitt von 1,56 auf.

In all diesen Statistiken haben die Wölfe zwar die besseren Werte, doch zählt jetzt im Finale nur noch die Tagesform und das reine Ergebnis. Ein gutes Omen können die Wölfe aber dann doch anbringen, denn das bisher einzige Aufeinandertreffen zwischen Wilhelmshaven und Schönheide, welches am 17.01.2005 in der Aufstiegsrunde zur Oberliga stattfand, haben die Wölfe seinerzeit zuhause auch gegen den damaligen Regionalliga-Nord-Meister Wilhelmshaven mit 7:1 gewonnen.

Wölfe-Coach Sven Schröder zum bevorstehenden Finale gegen Sande: „Es ist das Finale schlechthin zwischen den zwei besten Teams der Regionalligen Nord und Ost. Beide Mannschaften stehen verdient in diesem Finale und wollen jetzt natürlich das I-Tüpfelchen auf die Saison setzen. Dennoch, alles was bis jetzt war ist Vergangenheit. In diesen Spielen wird es um die Kleinigkeiten gehen, darum, wer weniger individuelle Fehler macht und als Mannschaft am besten zusammen funktioniert, derjenige wird am Ende diese Serie für sich entscheiden. Wir werden wie immer nur zuerst auf uns und unsere eigene Leistung schauen und gehen gut vorbereitet in das Finale. Wir wollen unserem Gegner unser Spiel aufdrücken, ihn beschäftigen und zwingen, immer wieder Wege zu gehen, die ihnen wehtun werden. Wir wollen zeigen, dass man in der 4. Liga im deutschen Eishockey auf so viele deutsche Spieler zurückgreifen kann und damit auch erfolgreich ist. Wir gehen in diese Serie, um als Sieger rauszugehen und so werden wir auch auftreten.“