06.10.2019  Wölfe drehen verrückte Partie gegen Eisbären

Die knapp 550 Zuschauer im Wolfsbau Schönheide sind gleich zum Meisterschaftsauftakt in die neue Regionalliga Ost-Saison 2019/2020 am Samstag voll auf ihre Kosten gekommen und sahen eine insgesamt verrückte und dramatisch spannende Partie, in der die Schönheider Wölfe über weite Strecken das Spiels dominierten, lange Zeit jedoch nicht ins Berliner Tor trafen. So rannte das Team von Trainer Sven Schröder nach 40 Minuten einem 0:3-Rückstand hinterher, da die Eisbären Juniors taktisch clever und vor dem Wölfe-Gehäuse sehr effektiv agierten und zudem einen bärenstarken Goalie Lucas Hofmann zwischen den Pfosten hatten, der die Wölfe-Stürmer reihenweise verzweifeln lies. Ein Kraftakt im Schlussabschnitt und eine doppelte Überzahl in der Overtime bescherten aber den Hausherren dann doch noch einen von den Spielanteilen her verdienten 4:3 (0:2, 0:1, 3:0, 1:0)-Heimsieg gegen den starken Aufsteiger aus der Hauptstadt.


Fotos: Juliane Rolof/Palmstreetstudios

Die Ausgangslage vor der Begegnung schien für viele vielleicht klar zu sein, wenn der amtierende Meister auf einen Aufsteiger trifft. Doch so klar sah man dies bei den Wölfen im Vorfeld nicht, denn schon das Spiel der Eisbären Juniors zum Saisonauftakt in Chemnitz zeigte, dass da eine engagierte und junge Mannschaft mit viel Potenzial in den Wolfsbau anreisen wird. Auf der anderen Seite verlief die Vorbereitungsphase bei den Wölfen doch eher durchwachsen und Trainer Sven Schröder hatte auch unter der Woche im Training wieder einige verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen.

Das die Partie gegen die Eisbären kein Selbstläufer werden würde, zeigte sich dann auch gleich zu Spielbeginn, als die Gäste ihren ersten gefährlichen Angriff auch sofort zur 1:0-Führung durch Dominik Sala (4.) nutzten. Die Wölfe hatten zwar in der Folge deutlich mehr Spielanteile, versäumten es aber mit guten Chancen den Ausgleich zu erzielen. Zudem scheiterte Petr Kukla in der 10. Minute per Penalty am gut aufgelegten Berliner Schlussmann Lucas Hofmann. Die Eisbären brauchten hingegen nur wenige Chancen und erhöhten kurz vor der ersten Pause sogar auf 2:0 (19.), als erneut Dominik Sala in eigener Unterzahl Wölfe-Goalie Niko Stark überwinden konnte.

Auch der Mittelabschnitt begann für die Wölfe äußerst ungünstig. In doppelter Unterzahl kassierten sie durch Berlins Heiko Reinert das 0:3 (23.) und spätestens jetzt war allen klar, dass es gegen die Eisbären ein Kraftakt werden würde. Wie schon im ersten Drittel berannten die Hausherren nun förmlich das Berliner Gehäuse und beschäftigten die Gäste minutenlang in ihrem Abwehrdrittel, die sich wiederum mit Mann und Maus dagegenstemmten und im Verbund mit ihrem Goalie Lucas Hofmann auch nach 40 Minuten keinen Gegentreffer zuließen.



Aber aufgeben gibt es beim Team von Sven Schröder nicht und so zeigten seine Jungs im Schlussdrittel Moral und mobilisierten alle verfügbaren Kräfte. 53 Sekunden waren gerade wieder gespielt, da war der Bann gegen den Berliner Torhüter endlich gebrochen, als Jan Gruß von der blauen Linie abzog und zum 1:3 in den rechten Winkel traf. Die Wölfe bekamen nun die zweite Luft und blieben am Drücker. In der 46. Minute gelang dann der 2:3-Anschlusstreffer durch Petr Kukla und die Eisbären reagierten mit einer Auszeit auf den Sturmlauf der Gastgeber, welche nun vom eigenen Anhang weiter nach vorn gepuscht wurden. Wieder nur fünf Minuten später war der Wolfsbau ein Tollhaus, als Florian Heinz der umjubelte 3:3-Ausgleich gelang. Nach Chancen hätten die Wölfe die Partie sogar noch in der regulären Spielzeit gewinnen können, doch die Eisbären hielten nach Kräften dagegen und retteten sich in die Verlängerung.

Auch in der anschließenden fünfminütigen Overtime waren die Wölfe tonangebend und erspielten sich gute Möglichkeiten. Als die Eisbären dann kurz hintereinander zwei Strafzeiten zogen, war es Christoph Rogenz, welcher in der letzten Minute der Verlängerung in doppelter Überzahl zum 4:3-Siegtreffer für die Hausherren einnetzte.



Wölfe-Coach Sven Schröder war nach dieser aufreibenden Partie mit den zwei Punkten sichtlich zufrieden und zollte dem Gegner Respekt für die Leistung und lobte insbesondere Eisbären-Goalie Lucas Hofmann, welcher wirklich einen Sahne-Tag erwischt hatte. Aber auch auf sein Team war er mächtig stolz, welches immer an sich geglaubt und mit Moral und Teamgeist diese enge Partie noch in einen Sieg gedreht hat. Eisbären-Coach Phillip Richter war angesichts des Spielverlaufs ebenfalls mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, welche beim amtierenden Meister immerhin den ersten Saison-Punkt ergattern konnte. Dass es nicht für die große Überraschung gereicht hat, dafür müsse sein junges Team eben noch Lehrgeld zahlen und wird gerade aus solchen Spielen jede Menge für die Zukunft mitnehmen.