09.02.2020  Wölfe mit furioser Aufholjagd in Chemnitz

Es war ein kleiner Vorgeschmack, auf was sich die Fans im Playoff-Halbfinale freuen dürfen. Nach zwanzig Minuten scheinbar aussichtslos mit 1:4 zurückgelegen, zündeten die Schönheider Wölfe beim Derby in Chemnitz im Schlussdrittel den Turbo und holen sich mit einer furiosen Aufholjagd noch mit 6:4 (1:4, 1:0, 4:0) den Derbysieg gegen die Crashers. Vor 1336 Zuschauern, darunter gut 300 Wölfefans, im Küchwaldstadion trafen Michael Galvez, Martin Trapl, Yannek Seidel (2), Vincent Wolf und Florian Heinz für das Team um Coach Sven Schröder.


Fotos: Markus Gläß/Schönheider Wölfe

Gute Kulisse und zwei motivierte Mannschaften, es war alles bereit für das letzte Hauptrunden-Derby zwischen den gastgebenden Chemnitz Crashers und Schönheider Wölfen. Zur Freude der über 300 mitgereisten Fans erwischten die Erzgebirger dann den besseren Start und gingen schon in der dritten Minute durch Michael Galvez mit 1:0 in Führung. Doch die Crashers antworteten schnell und nutzten nur drei Minuten später das erste Powerplay der Partie zum 1:1-Ausgleich durch Kenneth Hirsch. Auch das zweite Überzahlspiel der Hausherren saß, als Jiri Charousek die Crashers in der 12. Minute mit 2:1 in Front schoss. Die Wölfe hatten sichtlich mit dem Rückstand zu knabbern und verloren den Spielfaden. Anders die Chemnitzer, die zu diesem Zeitpunkt lauffreudiger wirkten und jeden Fehler eiskalt bestraften. So war es wieder Kenneth Hirsch, welcher fast im Alleingang und per Doppelpack (16./17.) seiner Mannschaft zur ersten Pause eine 4:1-Führung bescherte.



Schon etwas ungläubiges Staunen im Wölfe-Fanblock, aber auch mit dem Wissen, dass ihre Mannschaft noch eine Schippe drauflegen kann. Komplett anderes Spiel dann auch ab dem Mittelabschnitt, in welchem die Wölfe das klar bessere Team waren und Angriff auf Angriff in Richtung Gäste-Goalie Kevin Kopp fuhren, welcher zunächst gute Paraden zeigte und die Wölfe bei einem Torschussverhältnis von 22:2 zugunsten des Tabellenführers etwas verzweifeln ließ. Der Bann war aber in der 38. Minute gebrochen, als Martin Trapl in Überzahl auf 4:2 verkürzte, gleichzeitig der Stand zum zweiten Pausentee.

Die „Schlüsselszene“, wie nach dem Spiel Wölfe-Coach Sven Schröder fand, war, dass sein Team zu Beginn des Schlussdrittels die eineinhalb Minuten lange Unterzahlsituation schadlos überstand. Denn danach war von den Crashers so gut wie nichts mehr zu sehen. Schönheide machte jetzt ordentlich Druck und ließ die Hausherren kaum noch aus ihrem Verteidigungsdrittel heraus. Es war eine Frage der Zeit, wann der nächste Treffer für die Wölfe fallen sollte und dies mündete in einem Spektakel. Zehn Minuten vor dem Ende folgten furiose 111 Sekunden, in denen die Wölfe aus dem 2:4-Rückstand und durch einen Doppelpack von Yannek Seidel (51./52.) und einem Treffer von Vincent Wolf (53.) eine 5:4-Führung machten. Die Eishallenseite mit dem Wölfe-Anhang stand. Von diesem Schock erholten sich die Hausherren nicht mehr, doch ganz ohne Drama ging es dann auch nicht zu Ende. Eine Minute vor Ultimo nahmen die Crashers ihren Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis und versuchten noch einmal ihr Glück. Doch schnell eroberten sich die Wölfe die kleine schwarze Scheibe und trafen per Empty-Net-Goal zur Entscheidung. Von wegen… Nach minutenlanger Diskussion und Einspruch von Chemnitz-Kapitän Tobias Rentzsch nahm der Hauptschiedsrichter den Treffer zurück und die Chose begann von vorn und mit dem gleichen Ergebnis, dass die Wölfe eine Sekunde vor Ablauf der Spielzeit doch noch zu ihrem sechsten Tor kamen, als Florian Heinz den 6:4-Endstand herstellte.



Mit diesem Erfolg und der gestrigen 2:5-Niederlage des ECC Preussen im Hauptstadtderby gegen FASS Berlin ist den Wölfen der erste Tabellenplatz in der Hauptrunde der Regionalliga Ost nicht mehr zu nehmen. Auch stehen die Playoff-Halbfinals fest. So treffen im Best-of-five-Modus in zwei Wochen die beiden Berliner Teams FASS und Preussen aufeinander und auch die Wölfefans dürfen sich auf weitere Derbys gegen die Chemnitz Crashers freuen. Während das Heimrecht im Berliner Halbfinale noch am letzten Spieltag geklärt werden muss, FASS ist am kommenden Samstag, dem 15.02.20, 17:00 Uhr zu Gast im Wolfsbau und die Preussen empfangen die Blues, haben die Wölfe das Heimrecht gegen Chemnitz sicher, wonach am Samstag, dem 22.02.20, um 19:30 Uhr Spiel 1 des Playoff-Halbfinals gegen die Crashers im Schönheider Wolfsbau stattfinden wird. Spiel 3 ist am Samstag, 29.02.20, 19:30 Uhr und ein eventuelles Spiel 5 am Sonntag, dem 08.03.20, 17:00 Uhr im Wolfsbau.