31.01.2022  Punkteteilung im ersten Saison-Derby

Da war richtig Feuer drin, im ersten Derby der Regionalliga Ost-Saison 2021/2022 zwischen den Schönheider Wölfen und Chemnitz Crashers. Nach 60 spannenden Minuten, in denen die Hausherren zweimal einem doppelten Rückstand hinterherlaufen mussten und in der regulären Spielzeit doch noch den verdienten 3:3-Ausgleich erzielten, waren es in der Overtime aber die Crashers, welche sich vor 331 Zuschauern im Wolfsbau den Zusatzpunkt sicherten und dem Team von Coach Sven Schröder mit 3:4 n.V. (0:2, 1:0, 2:1, 0:1) die erste Saisonniederlage beifügten. „Man muss die Leistung der Crashers anerkennen und auch die Niederlage akzeptieren. Wir brauchen einfach jetzt Eiszeit, damit die Mechanismen wieder greifen und dazu nutzen wir die kommende Trainingswoche und versuchen es im nächsten Spiel besser zu machen.“, so der Wölfe-Trainer kurz nach dem Spiel.

 


Foto: Schönheider Wölfe e.V.

Nach den Siegen beider Mannschaften am Vortag war genügend Selbstbewusstsein auf dem Eis, um ein spannendes erstes Derby im Wolfsbau erwarten zu können und so begann die Partie dann auch ohne großes Abtasten. Rein optisch fanden die Wölfe anfangs gar nicht so schlecht ins Spiel, konnten aber aus den ersten Angriffsversuchen kein Kapital schlagen. Mit zunehmender Spielzeit bekamen die Hausherren aber dann immer mehr Probleme mit der Spielweise der Crashers, welche sich im ersten Drittel aggressiver und zweikampfstärker präsentierten. Die Marschroute der Chemnitzer war klar, defensiv gut stehen und über schnelle Konter Nadelstiche setzen. Dies gelang in der fünften Minute schon ganz gut, als Toms  Prokopovics das 1:0 für die Gäste erzielte. Auch in der Folge hatte Schönheide mehr Spielanteile, war aber selbst im Powerplay vor dem Chemnitzer Gehäuse viel zu harmlos. Chemnitz dagegen sehr effektiv. Von der Strafbank kommend, nahm erneut Toms  Prokopovics einen Pass von Michael Stiegler auf, lief allein auf Wölfe-Goalie Niko Stark zu und verwandelte in der neunten Minute zum 2:0 für die Crashers. Bis zur ersten Pause hatten die Wölfe zwar noch die ein oder andere Tormöglichkeit, doch entweder war der Chemnitzer Goalie Kevin Kopp zur Stelle oder das Aluminium verhinderte den ersten Treffer des Heimteams.

Man durfte gespannt sein, wie die Schönheider zum Mittelabschnitt aus der Kabine kommen, denn die Pausenansprache von Coach Sven Schröder dürfte deutlich ausgefallen sein. Und so präsentierten sich die Wölfe dann auch besser, nahmen die Zweikämpfe an und erhöhten nach und nach den Druck auf die Gäste, welche das ein oder andere Mal nur per Foulspiel die Angriffe der Hausherren stoppen konnten. So auch in der 25. Minute, als Florian Heinz auf dem Weg zum Chemnitzer Tor von den Beinen geholt wurde und die Wölfe einen Penalty zugesprochen bekamen. Die große Chance zum Anschlusstreffer ließ sich Petr Kukla nicht nehmen und so verkürzte der Wölfe-Topscorer auf 1:2. In zwei aufeinanderfolgenden Überzahlspielen hatten die Schönheider dann auch öfters den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterten aber erneut am Gäste-Keeper oder am Pfosten, wonach es bis zur zweiten Pause bei der knappen Crashers-Führung blieb.

Das Schlussdrittel versprach viel Spannung, denn inzwischen hatte sich die Partie zu einem echten Derby entwickelt. Den besseren Start erwischten aber wieder die Chemnitzer, welche erneut über einen Konter durch Kenneth Hirsch auf 3:1 (45.) erhöhten. Für die Wölfe bedeutete dieser Gegentreffer ein Kraftakt, denn in den verbleibenden Spielminuten galt es, diesen erneuten Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen. Es entwickelte sich in der Folge ein Spiel auf ein Tor, nämlich auf das der Chemnitzer. Schönheide lief jetzt Angriff auf Angriff, während die Gäste offensiv kaum noch zu Chancen kamen. Die Hausherren wurden dann auch für ihr unermüdliches Anlaufen belohnt, als erst Florian Heinz (49.) und in der 57. Minute Tomas Rubes für den umjubelten 3:3-Ausgleich sorgten. Bis zum Ende der regulären Spielzeit war sogar noch der vierte Treffer für die Wölfe drin, doch verhinderte zum fünften Mal im Spiel der Pfosten oder die Latte einen weiteren Wölfe-Treffer.


Nach der insgesamt verdienten Punkteteilung, sollte die Overtime über den Zusatzpunkt entscheiden. Beiden Teams merkte man nun deutlich an, dass das Derby Kraft gekostet hat. Die letzten Reserven mobilisierte dann noch einmal Chemnitz auffälligster Spieler, Toms Prokopovics, welcher in der letzten Minute der Verlängerung eine starke Einzelleistung zeigte und den nicht unverdienten 4:3-Siegtreffer für die Crashers markierte.

Nach dem Spiel war der Chemnitzer Trainer Jiri Charousek natürlich sehr stolz auf seine Mannschaft, denn nach dem Sieg am Vortag beim Tabellenführer FASS Berlin, gelang den Crashers nach fünf Jahren wieder ein Derbysieg in Schönheide. Wölfe-Coach Sven Schröder nahm die Niederlage sportlich fair und fand, dass nach zuletzt vielen einseitigen Spielen und Ergebnissen, dieser Weckruf für sein Team genau zur richtigen Zeit kommt, wenn man auf das restliche Saisonprogramm mit noch drei Derbys gegen Chemnitz oder die beiden Heimspiele gegen FASS Berlin schaut.

Die Highlights vom Derby sind mit freundlicher Unterstützung von SpradeTV hier zu sehen -> https://www.thefan.fm/details/9582/.